Axel Schulz


Ex-Boxer Axel Schulz (c) AFP
Ex-Boxer Axel Schulz

Axel Schulz gilt als die tragische Person des deutschen Boxsports. Trotz dreimaligem Kampf um den Weltmeistertitel der IBF konnte sich Axel Schulz nie an der Spitze des Weltverbandes positionieren.

Dreimal hat der Schwergewichtsboxer aus Bad Saarow in Brandenburg sowohl um den Europa- als auch um den Weltmeisterschaftstitel gekämpft. Durch zum Teil umstrittene Entscheidungen der Ringrichter konnte er jedoch nie einen internationalen Titel gewinnen. In 33 Kämpfen gewann Axel Schulz 26 Mal, verlor aber auch Fünfmal, der Kampf gegen Francois Botha wurde nachträglich nicht gewertet da dem Franzosen die Einnahme von Dopingmitteln nachgewiesen werden konnte. Der erste Kampf gegen Henry Akinwande ging unentschieden aus. Im Rückkampf unterlag Axel Schulz dann deutlich.

Erste Erfolge in der ehemaligen DDR


Mit dem Boxen fing Axel Schulz erst mit elf Jahren an. Jedoch zeigte sein Boxstil bald Fortschritte. Schon drei Jahre später begann die Siegesserie von Axel Schulz, er schaffte die Meisterleistung und sicherte sich fünfmal in Folge die DDR-Meisterschaft. Das Training bei SK Vorwärts in Frankfurt (Oder) hatte seinen Zweck nicht verfehlt. Als er dann 1988 DDR-Meister der Senioren wurde und sich ein Jahr später auch in Athen die Silbermedaille bei den Europameisterschaften sicherte war sein internationaler Durchbruch perfekt.

Wechsel vom Amateur- zum Profiboxen

Genau wie Henry Maske wechselte auch Axel Schulz im Wendejahr 1990 vom Amateur- zum Profiboxen. Zwei Jahre später erkämpfte er sich gegen Bernd Friedrich den deutschen Meistertitel. Im selben Jahr noch versuchte er sich am vakanten Europameistertitel. Gegen Henry Akinwande hatte er nur die Außenseiterrolle. Nach einem guten Kampf endete der Fight mit einem unentschieden. Leider konnte Axel Schulz seine starke Leistung beim Rückkampf nicht mehr unter Beweis stellen und der Sieger hieß Henry Akinwande.

Erster "Sieg" gegen George Foreman

Den ganz großen Coup wollte Axel Schulz dann 1995 gegen George Foreman landen. Durch Weltranglistenplatz zwölf konnte Axel Schulz den Weltmeister im Schwergewicht herausfordern. Am Wettkampftag sah es dann alles nach einer großen Überraschung aus, der Kampf zwischen dem US-Amerikaner George Foreman und Axel Schulz war lange sehr ausgeglichen, eine gelungene Kombination in der letzten Runde sorgte allerdings dafür, dass die Zuschauer als auch die Boxexperten von einem sieg des deutschen Außenseiters ausgingen. Als die Ringrichter dann Foreman als Sieger präsentierten, sprang die Zuschauermasse auf und protestierte lauthals. Auch wenn er nicht gewinnen konnte, so wuchs doch sein Marktwert über Nacht extrem an, denn in der Boxnation Amerika hatte er bewiesen was in ihm steckt und durch den unglücklichen Ausgang gewann er zudem noch viele Sympathien.

Zweiter Weltmeisterschaftskampf gegen Francois Botha

Auf den geforderten Rückkampf ging George Foreman nicht ein, der Boxtitel war wieder vakant und Axel Schulz nutzte die Chance und forderte Francois Botha heraus. Der Kampf fand im Dezember 1995 statt. Schulz galt als Favorit, kam mit dieser Rolle aber nicht zurecht und verlor den Kampf, wieder nach einer umstrittenen Entscheidung der Ringrichter. Diesmal fiel die Reaktion des Publikums noch heftiger aus. Flaschen und Gläser flogen durch die Boxhalle. Menschen kamen zu Schaden. Kurze Zeit später wurde das Ergebnis annulliert, da dem Südafrikaner die Einnahme verbotener Substanzen nachgewiesen werden konnte.

Letzter Großer Kampf gegen Michael Moorer

Im dritten großen Kampf ging es dann am 22. Juni 1996 in Dortmund gegen Michael Moorer: Axel Schulz hielt sich gegen Moorer wacker, hatte jedoch keine rechte Chance den US-Amerikaner aus Pennsylvania zu schlagen, obwohl ihn sogar ein Punktrichter nach dem Kampf vorne sah. Moorer war damit ein zweites Mal Weltmeister der IBF, Schulz dagegen ein drittes Mal geschlagen. In der Folgezeit haderte Axel Schulz oft mit Verletzungen und bekam keine großen Kämpfe mehr angeboten.

Als er 1999 das Angebot bekam noch einmal um den Europameistertitel zu kämpfen sagte der zu diesem Zeitpunkt dreißigjährige ohne weiteres zu. Es kam zum Kampf Axel Schulz gegen Wladimir Klitschko. Doch auch gegen den Ukrainer hatte der Boxer aus Brandenburg keine Chance. In der achten Runde war der Kampf nach technischem K.o. vorbei. Axel Schulz hatte erneut verloren. Dies hatte zur Folge, das Axel Schulz noch am selben Abend seinen Rücktritt vom aktiven Boxsport bekannt gab.

Danach wurde es ruhig um den ehemaligen Top-Boxer. Er trat noch vereinzelt im Fernsehen auf, kommentierte Boxkämpfe und versuchte sich mit dem Schauspielern. Unter anderem trat er hierbei im "Tatort" und in "Ein Fall für zwei" auf. Im Laufe seiner Karriere ist seine "Fackelmann"-Kappe zu einer Art Markenzeichen geworden. Egal bei welchem Anlass, sogar als er 2006 seine Frau heiratete, trägt er seine Baseballmütze und hat sich somit als Werbeträger verdient gemacht.

Bitteres Comeback gegen Brian Minto

Nach jahrelanger Abstinenz vom aktiven Boxsport versuchte Axel Schulz dann im November 2006 ein Comeback gegen den US-Amerikaner Brian Minto. Der Kampf war von der ersten Runde an unausgeglichen. Brian Minto spielte mit dem Deutschen. Der wiederum ging schon in frühen Runden mehrfach zu Boden, bevor die Ringrichter in der sechsten Runde ein Einsehen hatten und den Kampf durch technisches K.o. beendeten. Später wurde bekannt, das Axel Schulz während des Kampfes einen Schlaganfall erlitt. Er wird nie wieder ein Comeback geben können, denn seine Ärzte haben ihm strikt davon abgeraten in seinem Leben noch einmal in den Ring zu steigen. Damit ist das Ende der überaus teils durchwachsenen Karriere von Axel Schulz für immer besiegelt.

Constantin Hack


Axel Schulz

Valid XHTML 1.0 Transitional